Europe segeln bei optimalen Bedingungen

siegerinnen

Immenstaad, 21.05.2012 von IBN

34 Boote gingen in Immenstaad zum Allianz-Cup 2012 an den Start und fanden trotz negativer Windvorhersage optimale Bedingungen vor: Sechs sportlich hochrangige Wettfahrten konnte das Team um Wettfahrtleiter Fabian Bach den Seglern bieten.

Es könnte der Alptraum eines jeden Wettfahrtleiters und Regattaorganisators sein: Die Windvorhersage für das vergangene Wochenende. Flaute, Sonne und steigende Temperaturen lassen am Bodensee im Regelfall wenig Hoffnung auf Wind. So war es dann auch, fast: Nur zwischen Immenstaad und Friedrichshafen-Seemoos konnte sich am Samstag ein konstantes Feld mit stabilem, segelbaren Westwind aufbauen. „Wenn es am Bodensee bei dieser Wetterlage irgendwo am See Wind hat, dann im Regelfall hier bei uns“, so Wettfahrtleiter Fabian Bach, der das schaffte, was seinen Kollegen von Langenargen bis Überlingen versagt blieb. Bereits am Samstag vier sportlich anspruchsvolle Wettfahrten bei konstanten Bedingungen mit Wind um 8 Knoten aus Westen.

„Die Segler sprechen schon immer vom Immenstaader Privatwind, denn noch nie sind sie aus Immenstaad unter drei Wettfahrten wieder nach Hause gekommen. Scheinbar ist also etwas dran“, so Bach weiter. Dabei sah es zu Beginn am Samstagvormittag zur Steuermannsbesprechung noch gar nicht danach aus, das der angepeilte Startzeitpunkt von 12.00 Uhr überhaupt zu halten ist. Die Segler hatten sich schon auf eine längere Wartezeit an Land eingestellt und, wie im vergangenen Jahr, Segeln bis zum Sonnenuntergang. Doch bereits am Vormittag baute sich ein schmaler Streifen zwischen Immenstaad und Fischbach auf, sodass ein pünktlicher Start möglich war. Bereits in den ersten Wettfahrten zeichnete sich an der Spitze ein Duell zwischen den beiden für den Yachtclub Immenstaad startenden Seglerinnen Jessica Kruppa und Anica Rimmele ab.

Die beiden Seglerinnen lagen immer nur wenige Bootslängen auseinander und im Ziel entschied oft nur ein winziger taktischer Vorteil, sodass am Samstagabend nach vier spannenden Wettfahrten nur ein Punkt die beiden Seglerinnen trennte. Auch der Sonntag versprach wind mäßig keine großen Sprünge machen zu wollen. Doch nach anfänglicher Startverschiebung setzte sich am späten Sonntagvormittag ein stärker werdender Westwind durch, sodass noch zwei weitere Wettfahrten bei idealen Bedingungen mit bis zu 12 Knoten Wind möglich waren.

Auch hier konnten wieder packende Kopf-an-Kopf rennen beobachtet werden. Die Überlingerin Susanne Sailer (SGÜ) schob sich beim stärker werdenden Wind deutlich an ihre Konkurrentinnen an der Spitze heran, konnte sich einen Sieg in einer Wettfahrt sichern und somit ihre Stellung als drittplazierte weiter ausbauen. An der Spitze siegte dann schlussendlich Anica Rimmele (YCI) vor der punktgleichen Jessica Kruppa (YCI) und Susanne Sailer (SGÜ).

Doch auch hinter den drei jungen Seglerinnen lieferten sich Teilnehmer oftmals spannende Duelle um die vermeintlich bessere taktische Ausgangsposition an der Startlinie oder bei den Tonnenmanövern: „Da entscheiden oft nur wenige Meter ob ich beim Start gut wegkomme oder ob ich in den Windverwirbelungen meines Gegners am Start hängen bleiben und eigentlich keine Chance mehr habe, vorne mitzufahren“, so die Aussage von Jessica Kruppa zu ihrem Startverhalten, „da muss man auch mal einen Frühstart riskieren, um sich die optimale Position mit freiem Wind zu sichern“.

Umso spannender ist es dann auch für den Wettfahrtleiter an der Startlinie, der über Frühstart oder korrektes Startverhalten entscheiden muss und das innerhalb von Bruchteilen von Sekunden. Technische Hilfsmittel gibt es, im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten, keine. „Der Erfolg von Wettfahrten hängt neben dem Wind, der natürlich maßgeblich ist, vor allem von den Fähigkeiten der Wettfahrtleitung ab und damit meine ich das gesamte Team auf dem Wasser. Vom Bojenleger bis zum Ziellistenschreiber. Das muss passen. Und das wissen die Segler, dass es hier in Immenstaad passt“, drückt Bach bei der Siegerehrung am Sonntagnachmittag nochmals den Dank an sein gesamtes Team aus.

Ergebnisse im Internet: www.allianzcup.de