Neuvermessung des Bodensees
16.05.2012 von IBN
Sie folgt damit dem Rat der internationalen Arbeitsgruppe „Neuvermessung des Bodensees“, die in den vergangenen Monaten Aufwand, Kosten und Nutzen für ein solches Projekt geprüft hat.
So soll im tieferen Wasserbereich ein sogenanntes Fächerecholot zum Einsatz kommen, bei dem simultan mehrere hundert Schallsignale in einem breiten Fächer vom Seeboden reflektiert und vom Computer zu einem dreidimensionalen Bild der Unterwasserlandschaft zusammengesetzt werden. Im flachen Wasser stoßen solche Echolotmessungen aber naturgemäß an ihre Grenzen. Hier ist eine neuartige lasergestützte Vermessungstechnik aus der Luft das Mittel der Wahl. Bei diesem sogenannten LIDAR-Verfahren tastet ein grüner Laserstrahl einen Streifen von 400 bis 500 Meter Breite ab. Mit diesem innovativen Verfahren lassen sich erstmals auch Unterwasserobjekte und der Seeboden erfassen. Die reflektierten Lichtsignale – je Quadratmeter Flachwasserzone werden bis zu 20 Messwerte erzeugt – ermöglichen dann eine entsprechend genaue Darstellung dieses Bereichs.
Mit der Kombination aus Fächerecholot und LIDAR ist eine hundert- bis tausendfach höhere Datendichte als bei der letzten Vermessung Ende der 1980er Jahre möglich. Und da die heutige Computerleistung und Software ganz neue Analyse- und Darstellungsmöglichkeiten dieser Daten gestattet, geht die IGKB bei einer Neuvermessung des gesamten Bodensees von einem enormen Informationsgewinn aus.
Zur Finanzierung der gut 600.000 Euro teuren Neuvermessung will die Gewässerschutzkommission erhebliche Eigenmittel bereitstellen, aber auch die Vermessungsbehörden der Länder und Kantone als weitere Projektpartner ins Boot holen. Darüber hinaus sollen Mittel aus dem Regionalprogramm der Europäischen Union (EU) zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Interreg IV "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ eingeworben werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Projekt Anfang 2013 starten und Mitte 2015 abgeschlossen sein.
