Bestes Trinkwasser aus dem Bodensee
21.03.2012
Die Anrainerstaaten - Österreich, Schweiz und die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg – haben in den vergangenen Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen und viel Geld investiert, damit der See nicht zu einer Abwasserkloake verkommt und sein Wasser Trinkwasserqualität behält.
Seit mehr als 50 Jahren wacht die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) darüber, dass sich der See in einem hervorragenden Zustand befindet, so dass man nicht nur unbesorgt baden, sondern sogar das Wasser prinzipiell direkt aus dem See trinken kann.
Mit den regelmäßigen chemischen und biologischen Untersuchungen hat die IGKB die Gewässerexperten des Langenargener Seenforschungsinstituts beauftragt. Und die machen gelegentlich direkt vor Ort die Probe aufs Exempel und zapfen sich einen Schluck Wasser direkt aus dem Probenahmegerät ab, in dem sie die Wasserproben aus der Tiefe des Sees an Bord des Forschungsschiffs „Kormoran“ holen.
Wenn ausländische Wasserexperten, etwa aus Japan oder China, Zeugen einer solchen Trinkprobe werden, dann sind sie stets äußerst erstaunt. In ihren Ländern ist es kaum vorstellbar, dass ein so großer See, mitten in einem dicht besiedelten Gebiet, wirklich „trinksauber“ ist.
„Das soll auch in Zukunft so bleiben“, bekräftigt der IGKB-Vorsitzende Stephan Müller vom Schweizer Bundesamt für Umwelt. Doch er mahnt, dass auch weiterhin große Anstrengungen erforderlich sind, um die Trinkwasserqualität des Sees und seine hohe Attraktivität für die Menschen zu erhalten.
So hat es sich die Gewässerschutzkommission zum Ziel gesetzt, die ökologische Qualität der Ufer weiter zu verbessern. Viele Uferabschnitte sind dank Mauern, Betonplatten und anderer sogenannter Verbauungen in einem ökologisch wenig vorteilhaften Zustand. Hier hat die IGKB großes Verbesserungspotenzial ausgemacht. Selbst in vielen Strandbädern und an öffentlichen Badestellen ließen sich durch entsprechende Maßnahmen deutliche Verbesserungen der ökologischen Situation erreichen, wie eine kürzlich durchgeführte Studie des Langenargener Seenforschungsinstituts ergeben hat.
