Weniger Tote bei Unfällen auf dem See

Radolfzell, 02.03.2012 von IBN

Bei den 82 (Vorjahr: 68) von der Wasserschutzpolizei in Konstanz und Friedrichshafen registrierten Unfällen sind insgesamt 4 (Vorjahr: 8) Menschen ums Leben gekommen und 18 (Vorjahr: 28) Personen verletzt worden.

Insgesamt ereigneten sich auf der 536 km² großen Seefläche und dem 21 Kilometer langen Hochrheinabschnitt
bis Schaffhausen 156 Unfälle mit 7 Toten und 52 Verletzten. Im
Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Unfälle um 11 (+ 8 %) gestiegen. Auch die
Schiffsunfälle haben sich um 9 % (+ 10 auf 123) erhöht. Die Zahl der Verletzten stieg
auf 52 (+ 10). Bei den Schiffsunfällen wurden 33 Verletzte registriert.
Die Zahl der Toten lag mit 7 deutlich unter der Vorjahreszahl (- 6). Zwei Personen
kamen bei Schiffsunfällen und eine beim Tauchen ums Leben. Zwei Personen
verunglückten tödlich beim Baden (- 5). Bei den sonstigen Unfällen waren zwei Tote
zu beklagen.

Im Berichtsjahr mussten fünf Tauchunfälle bearbeitet werden (Vorjahr: drei). Fünf
Taucher erlitten Verletzungen und mussten z. T. stationär behandelt werden.
Insgesamt ereigneten sich neun Badeunfälle (- 2), dabei wurden sieben Badende
verletzt geborgen (+ 4). Bei sonstigen Unfällen (19) wurden sieben Verletzte
registriert.Dabei handelte es sich überwiegend um Unfälle durch Stürze auf Booten und in
Hafenanlagen.

Der Gesamtschaden der Unfälle im deutschen Abschnitt belief sich im Jahr 2011 auf ca. 270.000 Euro,
im Vorjahr waren es rund 130.000 Euro.

Spektakulär war das Sinken einer Motoryacht. am 19. 6. 2011: Gegen 11.15 Uhr kenterte eine 12 Meter lange Motoryacht, besetzt mit 11 Personen, infolge Starkwindes und hohen Wellenganges ungefähr in Seemitte
auf der Verbindungslinie Langenargen-Rorschach. Die Personen, die alle
keine Schwimmwesten trugen, konnten von der Besatzung einer Schweizer
Segelyacht geborgen und in den Hafen Horn gebracht werden. Vier Personen
wurden wegen Unterkühlung und eines erlittenen Schocks vorsorglich in
umliegende Krankenhäuser gebracht und dort ambulant behandelt. Der entstandene
Sachschaden beträgt rund 70.000 Euro. Das gegen den Schiffs-
führer eingeleitete Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs
wurde vom Amtsgericht Konstanz mit einem Strafbefehl in Höhe von 9.000
Euro geahndet.

Unfälle im Tauchbereich
Der Tauchboom im Bodensee, vor allem im Überlinger See, ist nach wie vor ungebrochen.
Schätzungen der Tauchsportverbände über die Anzahl der Tauchgänge
gehen bis weit über 40.000.

Im Jahr 2011 haben, genau wie im Vorjahr, drei Tauchunfälle ein Todesopfer
und drei Verletzte gefordert.

Unfälle im Badebereich
Im Laufe des vergangenen Jahres haben sich fünf Badeunfälle ereignet. Dabei
kamen zwei Personen ums Leben.

Einige weitere Bootsunfälle aus dem Berichtsjahr


25.05.2011 - Friedrichshafen
Die zweiköpfige Besatzung eines Motorbootes der Marke Bösch, Typ 510,
Baujahr 1967 befand sich gegen 16.45 Uhr auf der Fahrt von Kirchberg in
Richtung Fischbach, als das Boot infolge eines Wassereinbruchs innerhalb
kürzester Zeit volllief und auf etwa 68 Meter Tiefe sank. Die beiden an Bord
befindlichen Personen, die sich nur kurz im Wasser befanden, konnten von
der Besatzung eines Segelbootes aufgenommen werden. Der entstandene
Sachschaden beläuft sich auf rund 17.000 Euro.

25.05.2011 - Friedrichshafen
Der Steuermann des Katamarans „Fridolin“ war gegen 19.30 Uhr infolge einer
Windböe bei sehr niedrigem Wasserstand (304 cm/Pegel KN) im Bereich
der westlichen Hafenausfahrt mit dem steuerbordseitigen Schwimmer auf
Grund gefahren. Die 27 an Bord befindlichen Fahrgäste und 12 Fahrräder
wurden an Bord des Wasserschutzpolizeibootes genommen und an Land
gebracht. Es wurde niemand verletzt oder gefährdet, eine Behinderung der
Schifffahrt lag nicht vor. Der Katamaran konnte gegen 21.30 Uhr durch eine
Fähre freigeschleppt werden.

04.06.2011 - Langenargen
Während des Wendemanövers eines Motorbootes der Marke Galaxy südlich
des Sportboothafens Bodensee-Moräne-Kies, dessen Bootsführer mit 10 bis
15 Knoten fuhr, wurden zwei von drei Kindern, die sich bäuchlings vor der
Windschutzscheibe auf dem Vordeck des Bootes befanden beim Überqueren
einer größeren Welle über Bord geschleudert. Dabei verhakte sich das
Bein eines Kindes an der Reling (Handlauf), ehe es ins Wasser stürzte. Das
Kind erlitt hierbei nicht unerhebliche Verletzungen.

19.06.2011 - Langenargen/Seemitte
Gegen 11.15 Uhr kenterte eine 12 Meter lange Motoryacht, besetzt mit 11
Personen, infolge Starkwindes und hohen Wellenganges ungefähr in Seemitte
auf der Verbindungslinie Langenargen-Rorschach. Die Personen, die alle
keine Schwimmwesten trugen, konnten von der Besatzung einer Schweizer
Segelyacht geborgen und in den Hafen Horn gebracht werden. Vier Personen
wurden wegen Unterkühlung und eines erlittenen Schocks vorsorglich in
umliegende Krankenhäuser gebracht und dort ambulant behandelt. Der entstandene
Sachschaden beträgt rund 70.000 Euro. Das gegen den Schiffs-
führer eingeleitete Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs
wurde vom Amtsgericht Konstanz mit einem Strafbefehl in Höhe von 9.000
Euro geahndet.


12.07.2011 - Friedrichshafen
Kurz vor 16.00 Uhr war im Strandbad Friedrichshafen eine 49-jährige, leblos
an der Wasseroberfläche treibende Schwimmerin vom Bademeister geborgen
und am Ufer von zwei zufällig anwesenden Ärztinnen reanimiert worden.
Die Frau wurde ins Klinikum Friedrichshafen eingeliefert, wo sie am
27.07.2011 auf der Intensivstation verstarb. Hinweise auf ein Fremdverschulden
waren nicht vorhanden.

02.08.2011 - Friedrichshafen
Ein 74-jähriger Segler war gegen 14.30 Uhr in der Seemitte zwischen Friedrichshafen-
Manzell und Romanshorn von Bord seines Segelbootes zum
Schwimmen ins Wasser gesprungen und nach Angaben seiner Ehefrau danach
nicht mehr aufgetaucht. Sofort eingeleitete umfangreiche Suchmaßnahmen
unter Einbeziehung benachbarter Kräfte und des Rettungshubschraubers
blieben erfolglos.
Bereich Überlingen

01.08.2011 - Uhldingen-Mühlhofen
Nach dem Einwassern war gegen 11.15 Uhr in Seefelden bei Uhldingen-
Mühlhofen ein Motorboot beim Starten des Motors in Brand geraten. Das
Boot konnte durch die Freiwilligen Feuerwehren Überlingen und Uhldingen
geborgen und das Feuer gelöscht werden. Auf Grund der starken Rauchentwicklung
musste ein externer Helfer, der mit einem Feuerlöscher den
Brand zu löschen versuchte, mit einer Rausgasvergiftung stationär im Krankenhaus
behandelt werden. Der Totalschaden des Bootes beläuft sich auf
rund 8.000 Euro.

22.06.2011 - Radolfzell
Bei Durchzug eines Gewitters mit Böen bis Windstärke 11 wurden gegen
17.20 Uhr im Seebereich vor Iznang zwei gekenterte Kanus gemeldet. Nur
wenige Minuten später traf ein Polizeiboot ein. Kurz zuvor war von der Besatzung
eines Privatbootes eine männliche Person geborgen worden. Deren
67-jährige Frau konnte gegen 17.40 Uhr leblos im Wasser treibend gesichtet
und von der Wasserschutzpolizei geborgen werden. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen
mit Unterstützung der Besatzung eines DLRG-Bootes
und der anschließenden Notarztversorgung im Hafen Radolfzell konnte die
Frau nicht mehr gerettet werden. Beide Kanufahrer trugen keine Rettungswesten,
sondern führten sie nur im Boot mit.

03.08.2011 - Insel Mainau
Gegen 19.40 Uhr wurde durch eine Anruferin mitgeteilt, dass sie mit Freunden
auf einem Segelboot im Bereich des Anlegers der Mainau unterwegs
gewesen sei und einer ihrer Freunde schwimmen gehen wollte. Dieser sei
lediglich kurz im Bereich des Bootes herumgeschwommen. Ca. 5 Minuten
nachdem die Person ins Wasser gegangen war, trieb sie bäuchlings im Bereich
des Achterschiffs. Ein weiteres Besatzungsmitglied, der die Situation
erkannt hatte, sprang ins Wasser, um die Person zu retten. Nach der Bergung
wurde durch die Besatzung sofort mit der Reanimation begonnen.
Gegen 19.50 Uhr traf das Polizeiboot 23 an der Örtlichkeit ein. Durch einen
WSP -Beamten wurde die Reanimation übernommen und bis zum Eintreffen
des Notarztes am Anleger Mainau erfolgreich fortgeführt. In der Herzklinik
Konstanz erfolgte dann die weitere Versorgung des 24-jährigen Patienten.
Unfallursache dürften vermutlich bestehende Herzprobleme gewesen sein.