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Phil Robertsons Team siegt vor Langenargen

Langenargen, 29.05.2012
IBN

Dem fröhlichen Bad des Siegers im Bodensee folgte sein Bad in der Menge: Tausende Zuschauer feierten am Pfingstmontag den 25 Jahre alten Neuseeländer Phil Robertson und sein Team im 15. Match Race Germany vor Langenargen. „Wir waren im letzten Jahr Dritte und wollten es dieses Jahr besser machen“, so Robertson, „das ist uns doch ganz gut gelungen.“

Die Kiwis sicherten sich den 10.000-US-Dollar-Siegerscheck vor ihren Landsleuten vom Team KiwiMatch mit dem 29 Jahre alten Steuermann Laurie Jury. Auf Platz drei segelten Pierre-Antoine Morvans Vannes Agglo Sailing Team aus Frankreich. Die Veranstalter sprechen von 40.000 Zuschauern und einem neuen Besucherrekord.
Veranstalter Eberhard Magg sagte: „Wir haben uns in den vergangenen Tagen gefühlt wie das Wimbledon des Segelsports. Und bei uns waren sogar die berühmten Erdbeeren so süß, dass sie – anders als in Wimbledon – keine Sahne mehr brauchten.“ Nach den ersten Traumtagen am Bodensee mit guten Windverhältnissen und Sonne satt endete das Segel-Sommermärchen am Bodensee mit einer hartnäckigen Flaute. Weder das Finale noch das kleine Finale um Platz drei konnten ausgetragen werden. Wettfahrtleiter Rudi Magg vom Yacht-Club Langenargen und sein Team mussten die Regatta am Nachmittag abschießen.
Phil Robertson und sein Team gewannen die Serie nach insgesamt 88 Duellen an fünf Tagen, weil sie das bessere Vorrundenergebnis als ihr Gegner Laurie Jury vorzuweisen hatten. Auf gleiche Weise errangen Pierre-Antoine Morvan aus Frankreich und sein Vannes Agglo Sailing Team ihren dritten Platz im Duell mit dem viermaligen australischen Matchrace-Weltmeister Peter Gilmour.
Im deutschen Grand Prix hatten zwölf Teams aus zehn Ländern für spektakuläre Duelle und sportliche Höhepunkte gesorgt. Eine kleine Sensation wäre im Achtelfinale beinahe dem erst 18 Jahre alten Joachim Aschenbrenner und seinem Trifork Team gelungen. Die dänische Mannschaft hatte bei ihrem ersten Start in eine Regatta mit Weltmeisterschafts-Status in der Vorrunde so prominente Steuerleute wie Matchrace-Weltmeister Karol Jablonski und den Weltranglisten-Vierten Björn Hansen ausgeschaltet. Erst im Viertelfinale musste sich die junge Crew dem späteren Sieger nach großem Kampf mit 2:3 geschlagen geben. Aschenbrenner sagte: „Die Niederlage tat im ersten Moment weh, aber dann überwog schnell die Freude über unsere guten Leistungen.“ Der Däne war schon als Kind vom Duellsegeln fasziniert und stieg nach der Ausbildung im Optimisten direkt in das Match Racing ein und arbeitet nun an einer Profikarriere.
Karol Jablonski hatte sich acht Jahre nach seinem letzten Einsatz im Match Race Germany für sein Comeback am Bodensee viel vorgenommen, verpasste aber als Vorrunden-Achter den Einzug ins Viertelfinale ganz knapp. „Wir sind punktgleich mit dem viermaligen Weltmeister Peter Gilmour und Joachim Aschenbrenner ausgeschieden. Ich habe beim Warten auf die Entscheidung, wer nun in die nächste Runde vorrückt, fast graue Haare bekommen. Es ist schade, dass es für uns nicht gereicht hat. Aber wir sind nicht schlecht gesegelt.“
Der Hamburger Skipper Jan-Eike Andresen, der bei seinem zweiten Start auf dem Bodensee nach 2005 wenigstens einen Ehrenpunkt im Profifeld holen wollte, musste mit einer Null-Bilanz heimreisen. Anwalt Andresen, der in seinem neuen Job soviel arbeitet, wie die Teams der World Match Racing Tour auf dem Wasser im Einsatz sind, sagt: „Wir sind im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gut gesegelt. Wir haben dem viermaligen Weltmeister Peter Gilmour einen Penalty aufgedrückt, wir haben Jablonski ein sehr gutes Rennen geliefert und sind auch gegen Robertson erst vier Längen vor der Ziellinie in einem Flautenloch hängen geblieben. In einem Fleetrace hätte es für uns hier zu einem im Profifeld durchaus beachtlichen Platz gereicht, aber im Matchrace bist du dann eben nicht dauernd Zweiter, Dritter oder Vierter, sondern immer nur Letzter. Unsere Bilanz sieht auf der Ergebnisliste grausam aus, da hören die Nullen gar nicht mehr auf. Wir haben eine volle Breitseite kassiert, aber es war auch eine gute Lebensschule.“
Der Segelsportkrimi auf dem Wasser und das Kulturfest an Land habe Deutschlands führendem Match-Race-Klassiker in Kombination mit den sommerlichen Temperaturen im Dreiländereck des Bodensees einen neuen Zuschauerrekord beschert. Rund 40.000 Menschen strömten an insgesamt fünf Regattatagen in das Race Village, genossen das vielfältige Familienprogramm, sportliche Mitmach-Angebote an Land und auf dem Wasser, Ausstellungen und die abendlichen Feste mit hochkarätigen Bands bei freiem Eintritt. „Sicher hat neben den spannenden Segelduellen auch unser verändertes Fest- und Kulturprogramm zum neuen Besucherrekord beigetragen. Wir konnten für das Match Race Germany und den Segelsport eine ganz neue, jüngere Zielgruppe erschließen“, sagte Veranstalter Harald Thierer. So bekamen die Mannschaften während ihrer Duelle oftmals Szenenapplaus von Tausenden Zuschauern auf den Wiesen, wenn sie eine direkt vor dem Bodenseeufer positionierte Wendmarke rundeten. Kommentiert wurden die Matches mitreißend von ZDF Reporter Nils Kaben.
Die vollen Ränge begeisterten nicht nur die neuen Partner und ihre Gäste, sondern auch den deutschen Arm des neuen World Match Racing Tour Sponsors. 

1. Phil Robertson, NZL
2. Laurie Jury, NZL
3. Pierre-Antoine Morvan, FRA
4. Peter Gilmour, AUS
5. Eric Monnin, SUI
6. Keith Swinton, NZL
7. Joachim Aschenbrenner, DEN-
8. Karol Jablonski, POL/GER
9. Staffan Lindberg, FIN
10. Simone Ferrarese, ITA
11. Björn Hansen, SWE
12. Jan-Eike Andresen, Hamburg


Der Wind hielt nicht während der gesamten Veranstaltung durch. Foto:Michael Häßler